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Teil 3: Neues aus dem United Kingdom

Hallo Freunde, Kumpels, Pilse und Birnenköppe. Hier jetzt der dritte Teil meines Blogs aus England. Sorry erstmal, dass es so lang gedauert hat diesmal, aber war viel arbeiten und hatte viel Besuch (zum Glück) . Danke nochmal an die Fürstenwalder (auch GROßES DANKE für die Mitbringsel aus der Heimat) sowie an Anne Porn und Mauri + E. Warn nen paar tolle (ja, als Erzieher darf man das sagen) Tage, ich hoffe auch für euch. Heimat ist für mich nämlich nicht da, wo man geboren wurde, sonder da, wo seine Freunde sind. Jetzt aber erstmal zu weiteren Ereignissen während der letzten Zeit hier: Wie ihr wahrscheinlich alle wisst, bin ich ein massiver Fussballfan. Wo immer ein Ball rollt, und ein paar Kibitze rumbrüllen, bin ich gern dabei. Mein Herz gehört natürlich dem SV Gorgast / Manschnow. In einer absolut verkorksten Saison wurde vorige Woche der erste Dreier auf dem Feld eingefahren, 2:1 vs. Rehfelde. Dank Whatsapp wurde ich durch Zuschauer, Auswechselspieler und weitere auf dem Laufenden gehalten. Als ich die Nachricht des Schlusspfiffes bekam, hättet ihr das Gesicht meiner spanischen Mitbewohnerin sehen sollen, als ich vor Freude und bereits angejackt (man muss auch mal ein Bier trinken) durch die Küche hüpfte. Einige Pilse gingen nämlich vor Aufregung dann doch die Kehle runter. Danke Jungs! Geiles Gefühl. Am Abend kamen dann eine Arbeitskollegen und paar Kumpels vorbei. Natürlich hatte ich aus diesem besonderen Anlass wieder mal meinen Ausgehanzug an, was bei meiner Kollegin fü absolute Fassungslosigkeit sorgte :D . Das Video des Radschlages vor der Kneipe am Abend kann auf Nachfrage gern von mir per Whatsapp versandt werden . Sonntag wird es endlich wieder einen Frühshoppen geben. Mein tschechischer Kumpel Stanleykoff ist nach einigen Wochen wieder zurück. Er ist irgendwie der einzige hier, der dieses tiefgründige Konzept versteht. :D Wird wohl am Sonntag wieder pünktlich um 9 Uhr vor der Türe stehen, guter Mann. Ansonsten ist soweit alles klar, Osterferien haben hier gerade begonnen, was bedeutet dass sich meine Arbeitszeit drastisch reduziert. Bin ich sonst in der Regel 10 Stunden auf Achse, arbeite ich nächste Woche nur bis Mittwoch, und das auch nur halbtags. Samstag geht es dann wieder mal ab auf meine geliebte grüne Insel. Im Anzug versteht sich. Dort treffe ich dann auch wieder Arfan und Walffa, die beiden Kotnascher. Das wird wieder ein Trip. Unser Ziel diesmal: Heimflüge erwischen! :D Wem das nix sagt, kann gern bezüglich dieser Anekdote nachfragen. Das war's dann erstmal für jetzt, kurze Version. Ausführlicheres gibt es dann am Wochenende oder Montag, versprochen! Jetzt gleich noch ne Teamversammlung und dann heißt es erstmal Wochenende! Nen gelungenes wünsch ich euch, Grüße in's Oderbruch, nach Berlin, Frankfurt (Oder) und sonst wohin! Pils Euer Jolleo9
27.3.15 14:41


Teil 2 ihr Tölen! Von Polen, schlimmen Menschen und schönen Städten.

Bin grad aus'm Fitnessstudio gekommen, und ich kann euch sagen: alter Norweger. 45 Minuten auf'm Laufband und ich bin tot. Weniger die Luft, eher die Beine machen mir zu schaffen. Aber nützt ja alles nix, muss weiter gehen. Nächste mal einfach Kopfhörer rein, Mucke an, und ab geht's. Dass bei mir häufig N.W.A. zu hören ist, dürfte den meisten ja bekannt sein. Kommt zum Beispiel sehr geil, wenn man einem älteren Herren im Bus seinen Platz anbietet, während gleichzeitig irgendnen Schwatta aus'm Großstadtghetto von Los Angeles darüber rappt, die Polizei zu ficken. Herrlich! :D Doch das nur als kleine Randgeschichte (weitere folgen in diesem Teil noch, keine Sorge). Aber erstmal möchte ich auf die Stadt, in der ich momentan sesshaft bin, eingehen. Bath. Als ich das Angebot hier bekam, hatte ich von dieser Stadt noch nie etwas gehört. Natürlich habe ich mich, so wie man mich kennt, auch vor Reiseantritt null Komma nix weiter damit beschäftigt. Dabei ist die Stadt Weltkulturerbe (kommt an mein geliebtes Gorgast, sowie das Oderbruch aber dennoch nicht ran :p ). Wunderschön in der Grafschaft Somerset am Fluss Avon gelegen, macht sie aber einiges her. Falls ihr mal rüber kommt (Flug nach Bristol + ca. 50 Minuten Busfahrt oder Flug nach London plus ein wenig mehr gammeln im Bus), gibt es einige Ziele die man ansteuern könnte. Bath Abbey, Victoria Park, Holbourne Museum, American Museum, Bath Roman Spa, Grand Crescent, The Circus, Jane Austen Center, Green Park Station, Pulteney Bridge und und und. Nach ausgiebigen Abenden im Pub habe ich mich auch tatsächlich mit der Stadt beschäftigt. Falls euch das alles nicht überzeugt, gibt es noch unzählige Pubs, Bars, Restaurants, Takeaways (auch das ekelhafte große M springt mir ständig entgegen) Shoppingmeilen oder Clubs im Stadtinneren. Welch ein Glück, dass ich mitten im Stadtzentrum wohne :D. Dennoch bevorzuge ich für meine Abende eher den Pub "The Curfew". Ist zwar ein bißchen außerhalb gelegen (10 Minuten die Walcot road runter), aber hier trifft man eben echte Originale. Natürlich kann man auch in der Stadt gut ausgehen, nur habe ich kein Bock mir den gesamten Abend iwelches Studentengesabbel anhören zu müssen. Da sind mir echte Tommys, die man so wohl als deutsche Gegenparts auch in der Peter-Wichmann-Arena antreffen würde, dann doch lieber. Im bereits erwähnten "Curfew" habe ich auch wunderbare Leute getroffen und schnell Anschluss gefunden. Sind eben simple Leute wie ich: Bier + Fussball (optional Rugby - was ein geiler Sport!) + dämlich quatschen = ich bin glücklich. Aber dass ich jedes mal freundlich im Pub begrüßt werde, daran werde ich mich wohl nie gewöhnen :D . Zum Thema Begrüßung auch gleich wieder eine Randanekdote: Ich bin es aus der Heimat gewohnt, den Leuten zur Begrüßung die Hand zu reichen, sie zu Umarmen, den Ziegenbock zu machen (määää), oder aber wenigstens auf den Tisch zu kloppen. Hier kommt man rein und, wenn es nicht gerade einen besonderen Anlass gibt, reicht ein einfaches:"alright?", oder:"what up?" aus. Das läuft auch auf Arbeit so. An meinem ersten Arbeitstag (damals noch in einer Nurserie in Bath) habe ich erstmal allen Mitarbeitern früh am morgen die Hand geschüttelt. Geile Blicke gab's daraufhin für lau :D . Aber wieder zurück zur Stadt und meinem Lieblingsthema Fussball: Da ist hier echt wenig los. Bath City FC ist nicht gerade die Krone der Schöpfung und auch sonst ist der Fussball in England ja bekanntermaßen tot. Ob das im Sinne von Nathaniel Creswick und William Prest war, sei mal dahin gestellt. Gerade erst diese Woche hat die FA (Football Association) einen neuen 5 Milliarden-Deal mit Sky und BT Sport für die Rechte an den Fernsehübertragungen unter Dach und in die gierigen Taschen gebracht. Als ich dann heut morgen in der Zeitung las, wie irgendson Wichtigtuer in Anzug (und bei weitem kein so cooler Anzug wie ich ihn hab), davon spricht, dass sie ja Entertainment machen, hat ich wieder einmal dass große Verlangen sämtlichen Funktionären in FIFA, DFB, UEFA oder FA die Birne vom Kopp zu reißen. Aber genug davon. Wer spielerisch niveauvolleren Kugeln zusehen will, kann auch rüber nach Bristol (7 Minuten im Zug). Immerhin hatte deren lokale Truppe die edlen Jungs von West Ham aus der Hauptstadt neulich fast aus dem Pokal gekickt. Dennoch kommt für mich in diesem Land ein Stadionbesuch einfach nicht in Frage. Zu sehr widert mich das alles an. Zurück nach Bath: Sehr beliebt ist hier Rugby. Und mit Bath Rugby auch sehr erfolgreich vertreten. Derzeit auf Platz zwei der nationalen Tabelle, sowie im Pokal und Europacup auch noch auf Kurs, bieten die Jungs ansehnlichen, körperbetonten Sport. Hab mal einen auf der Straße gesehen, man war das nen Tier. Da würde sogar der Brecher des SVG in's Schaudern kommen. Und ratet mal was: Das Stadion ist natürlich ebenfalls nur fünf Minuten von meiner Wohnung entfernt. Ich schaue mir die Spiele im TV gern an, habe die Regeln alle mittlerweile verstanden und dennoch kommt auch hier, aus ähnlichen Gründen wie beim Fussball, ein Stadionbesuch für mich nicht in Frage. Das war's dann erstmal zur Stadt, für weitere Infos: siehe Wikipedia usw :D Nun noch was zu meiner Arbeit, Grüße an Milena . Arbeiten in Nurseries kann man sich so ähnlich vorstellen, wie in deutschen Einrichtungen. Es gibt Planungen, Observationen (ui ein Fremdwort), Aktivitäten, Angebote und und und. Nur iwie alles in einem kleineren Rahmen. Weniger Kinder, weniger Mitarbeiter, kleinere Gebäude. Auch das klassische Elterngespräch wie man es bei uns kennt, kommt nur in seltenen Fällen vor. Meist werden die Eltern am Ende jedes Tages über die Aktivitäten (Spielverhalten, was und wie viel hat es gegessen usw.) ihres Kindes informiert und das war's. Individuelle Förderung kommt mir dabei ein wenig zu kurz. Ist auch nicht meine Aufgabe als Volunteer, dennoch werden meine Hinweise und Tipps gerne aufgenommen und umgesetzt. Als die Kollegen oder eher Kolleginnen bemerkten, dass ich irgendwie schnell drin war im Ablauf und wusste was ich tat, waren sie sogar mittelmäßig geschockt :D . Man ging eher davon aus, ich bin ein junger unerfahrener Mensch wäre, der noch nicht mit Kindern gearbeitet hat. Das zeigt aber auch, dass die Zusammenarbeit vom Bath YMCA mit den einzelnen Einrichtungen, aufgrund der Vielfalt an Projekten, noch ausbaufähig ist. Glücklicherweise habe ich echt geile Kollegen oder eher Kolleginnen, und bin voll integriert. Ich leite Angebote, Projekte, führe Gespräche mit den Eltern und weiteres. Lucky me!! Nur das Busgejuckel nervt immer noch. Nachmittags bin ich dann ja noch im After school club tätig. Weitaus weniger Stress. Ist eigentlich eher nur Kinder beherbergen, für'n kleinen Snack sorgen und beschäftigen. Da sie dort aber zwischen sieben und elf Jahren alt sind, verläuft das alles sehr unkompliziert. Ab und an mal ein kleiner Unfall beim Fussi und das war's dann auch eig schon . Soviel erstmal zur Arbeit und zur Stadt. Zum Abschluss noch eine kleine Geschichte aus der Reihe: "Jolles wunderbare Welt der Klischees und Vorurteile" (Sabbermaul Verlag 2015, Wattenscheid) Als ich heut die Nurserie verließ, verließen zeitgleich auch die Eltern sowie der dazugehörige, in meine Gruppe gehende Junge, die Einrichtung. Wie es der Zufall so will, stammt diese Familie ursprünglich aus Polonia. Da wo beim Fussball wenigstens noch was los ist (klickt mal auf around-the-ground.com oder googelt nach "Republikflucht", vor allem die, die denken, sie hätten ne Ahnung von Fanszenen oder ähnlichem Spektakel). Hat zu Beginn auch für nen schnellen Kommunikationsfluss gesorgt, als ich mit meinen paar polnischfloskeln aufgetrumpft habe (großer Dank an Slubice). Auf dem Parkplatz jedenfalls passierten die drei ein parkendes Auto und, wie es der Zufall so will, springt die Alarmanlage an. Mein innerliches Lachen könnt ihr euch ja jetzt vorstellen. Bei Whatsapp hätte ich wohl geschrieben: "Ich raste". Hammer. So das war es dann auch erstmal wieder, wird Zeit zum spachteln. Grüße an alle und lasst euch gut gehen. Nächste Woche dann weiteres aus dem Land ohne gute Fleischer :D . Jolle09
12.2.15 19:11


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